Bischof Felix Gmür hat letzten Sonntag fünf Kandidatinnen und Kandidaten in den kirchlichen Dienst des Bistums Basel aufgenommen – während einer Eucharistiefeier in der Kirche St. Katharina in Horw LU. In Zeiten kirchlicher Personalkrise war das Ereignis ein Lichtblick.
Francesco Papagni (kath.ch)
Die katholische Kirche hat ein Personalproblem. Insider halten dieses als noch gravierender als die Kirchenaustritte. Umso erfreulicher ist es, wenn Menschen, die mitten im Leben stehen, sich für einen kirchlichen Beruf entscheiden.
Die Feier, die am 14. Juni in der Kirche St. Katharina im Luzernischen Horw stattfand, war demgegenüber ein Lichtblick. Roland Camaño Rey, Sarah Gigandet, Siegfried Falkner, Gerhard Virtbauer-Ohashi und Sophie Zimmermann wurden mit einer eigenen Liturgie in den kirchlichen Dienst aufgenommen. Die Feier bildete den Abschluss ihrer zweijährigen Einführung in den Dienst für das Bistum.
Keine linearen Biografien
Kathrin Kaufmann-Lang, Ausbildungsleiterin des Bistums, bestätigte dem anwesenden Bischof Felix Gmür, dass die Kandidatinnen und Kandidaten die nötige Reife aufweisen würden und legte vielfältige Lebensläufe offen.
Die Kandidatinnen und Kandidaten kommen aus der Schweiz und aus Österreich, einige sind auch schon verheiratet und haben früher andere Berufe ausgeübt. Es zeigt sich auch hier: Lineare Biographien sind heute eher die Ausnahme als die Regel. Dafür bringen diese Frauen und Männer Wissen und Lebenserfahrung mit. Sie haben sich im Leben schon bewährt.
Der Bischof erteilte ihnen an diesem Tag die Institutio, die Aufnahme in den kirchlichen Dienst. Die Missio wird er den Beteiligten später für eine konkrete Aufgabe sprechen.
Individuelle Erfahrung entscheidend
Lebenserfahren ist etwa Roland Camaño Rey, Sohn spanischer Auswanderer, der als Jugendlicher in Lourdes ein Schlüsselerlebnis hatte. Im Magazin der Pfarrei St. Katharina sagt er: «Die Kirche mit dem ganzen Brimborium befremdete mich eher. Doch mir wurde klar, welche Bedeutung dieser Ort, an dem die Gottesmutter verehrt wird, für die Katholiken hat. Und ich erkannte, dass ich mich mit der katholischen Kirche auseinandersetzen muss.»
Mit dieser Aussage wird deutlich, welches Gewicht der religiösen Erfahrung zukommt. Nicht die intellektuelle Auseinandersetzung, nicht die institutionelle Einbindung – die individuelle Erfahrung bildet heute den Anfang eines Glaubensweges. Dass diese dann auch reflektiert werden muss, ist für ihn nur logisch: «Ich glaube fest daran, dass man vieles, was den Glauben ausmacht, vernünftig mit Argumenten erklären kann. Klar, den letzten Beweis haben wir nicht. Am Schluss muss sich jeder Einzelne für den Glauben entscheiden. Dazu hat Gott uns den freien Willen geschenkt.»
Roland Camaño hat während seines Studiums verschiedene Arbeiten ausgeübt, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Unter anderem hat er in der Psychiatrischen Klinik St. Urban Autisten betreut.
Dienst in Freiheit
Die grosse, neobarocke Kirche St. Katharina Horw war am Sonntag gut besetzt, als die fünf Kandidatinnen und Kandidaten mit dem Bischof, der Ausbildungsleiterin und den weiteren Zelebranten einzogen.
In der nachdenklichen und zugleich ermutigenden Predigt ging Bischof Felix von der alttestamentlichen Tageslesung Ex 19, 2-6 aus. Die Israeliten lagern am Sinai. Sie sind im Begriff, den Bund mit Gott zu schliessen. Vorausgegangen ist die Befreiung aus der Sklaverei durch Gott und der Auszug aus dem «Sklavenhaus Ägypten». Den Bund wiederum schliessen sie aus freien Stücken: «Jeder Dienst in Gott ist ein Dienst in Freiheit», so der Bischof. Doch ein Bund sei mehr als ein Vertrag, er verlange Engagement.
Kluge Personalpolitik
Vor dem Akt der Institutio fragte Bischof Felix die Gemeinde an, ihre Zustimmung durch Aufstehen zu bekunden. Alle standen daraufhin auf. Als nach den Fürbitten Applaus aufbrandete, war Sarah Gigandet, die diese vorgetragen hatte, sichtlich gerührt. Einiges zur freudigen Stimmung trug der Jugendchor Nha Fala der Pfarrei unter der schwungvollen Leitung von Adeline Hasler bei.
Vieles deutet darauf hin, dass diese fünf Männer und Frauen für das Bistum Basel ein Segen sein werden, welche Aufgaben sie auch immer übernehmen. Sie beweisen allen Unkenrufen zum Trotz, dass der Dienst in der katholischen Kirche nach wie vor attraktiv sein kann. Allerdings wachsen Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr quasi automatisch heran, es braucht eine aktive, kluge Personalpolitik. Wenigstens für diesen Jahrgang war diese erfolgreich.
Die Feier, die am 14. Juni in der Kirche St. Katharina im Luzernischen Horw stattfand, war demgegenüber ein Lichtblick. Roland Camaño Rey, Sarah Gigandet, Siegfried Falkner, Gerhard Virtbauer-Ohashi und Sophie Zimmermann wurden mit einer eigenen Liturgie in den kirchlichen Dienst aufgenommen. Die Feier bildete den Abschluss ihrer zweijährigen Einführung in den Dienst für das Bistum.
Keine linearen Biografien
Kathrin Kaufmann-Lang, Ausbildungsleiterin des Bistums, bestätigte dem anwesenden Bischof Felix Gmür, dass die Kandidatinnen und Kandidaten die nötige Reife aufweisen würden und legte vielfältige Lebensläufe offen.
Die Kandidatinnen und Kandidaten kommen aus der Schweiz und aus Österreich, einige sind auch schon verheiratet und haben früher andere Berufe ausgeübt. Es zeigt sich auch hier: Lineare Biographien sind heute eher die Ausnahme als die Regel. Dafür bringen diese Frauen und Männer Wissen und Lebenserfahrung mit. Sie haben sich im Leben schon bewährt.
Der Bischof erteilte ihnen an diesem Tag die Institutio, die Aufnahme in den kirchlichen Dienst. Die Missio wird er den Beteiligten später für eine konkrete Aufgabe sprechen.
Individuelle Erfahrung entscheidend
Lebenserfahren ist etwa Roland Camaño Rey, Sohn spanischer Auswanderer, der als Jugendlicher in Lourdes ein Schlüsselerlebnis hatte. Im Magazin der Pfarrei St. Katharina sagt er: «Die Kirche mit dem ganzen Brimborium befremdete mich eher. Doch mir wurde klar, welche Bedeutung dieser Ort, an dem die Gottesmutter verehrt wird, für die Katholiken hat. Und ich erkannte, dass ich mich mit der katholischen Kirche auseinandersetzen muss.»
Mit dieser Aussage wird deutlich, welches Gewicht der religiösen Erfahrung zukommt. Nicht die intellektuelle Auseinandersetzung, nicht die institutionelle Einbindung – die individuelle Erfahrung bildet heute den Anfang eines Glaubensweges. Dass diese dann auch reflektiert werden muss, ist für ihn nur logisch: «Ich glaube fest daran, dass man vieles, was den Glauben ausmacht, vernünftig mit Argumenten erklären kann. Klar, den letzten Beweis haben wir nicht. Am Schluss muss sich jeder Einzelne für den Glauben entscheiden. Dazu hat Gott uns den freien Willen geschenkt.»
Roland Camaño hat während seines Studiums verschiedene Arbeiten ausgeübt, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Unter anderem hat er in der Psychiatrischen Klinik St. Urban Autisten betreut.
Dienst in Freiheit
Die grosse, neobarocke Kirche St. Katharina Horw war am Sonntag gut besetzt, als die fünf Kandidatinnen und Kandidaten mit dem Bischof, der Ausbildungsleiterin und den weiteren Zelebranten einzogen.
In der nachdenklichen und zugleich ermutigenden Predigt ging Bischof Felix von der alttestamentlichen Tageslesung Ex 19, 2-6 aus. Die Israeliten lagern am Sinai. Sie sind im Begriff, den Bund mit Gott zu schliessen. Vorausgegangen ist die Befreiung aus der Sklaverei durch Gott und der Auszug aus dem «Sklavenhaus Ägypten». Den Bund wiederum schliessen sie aus freien Stücken: «Jeder Dienst in Gott ist ein Dienst in Freiheit», so der Bischof. Doch ein Bund sei mehr als ein Vertrag, er verlange Engagement.
Kluge Personalpolitik
Vor dem Akt der Institutio fragte Bischof Felix die Gemeinde an, ihre Zustimmung durch Aufstehen zu bekunden. Alle standen daraufhin auf. Als nach den Fürbitten Applaus aufbrandete, war Sarah Gigandet, die diese vorgetragen hatte, sichtlich gerührt. Einiges zur freudigen Stimmung trug der Jugendchor Nha Fala der Pfarrei unter der schwungvollen Leitung von Adeline Hasler bei.
Vieles deutet darauf hin, dass diese fünf Männer und Frauen für das Bistum Basel ein Segen sein werden, welche Aufgaben sie auch immer übernehmen. Sie beweisen allen Unkenrufen zum Trotz, dass der Dienst in der katholischen Kirche nach wie vor attraktiv sein kann. Allerdings wachsen Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr quasi automatisch heran, es braucht eine aktive, kluge Personalpolitik. Wenigstens für diesen Jahrgang war diese erfolgreich.

